Neurofeedback


EEG- Biofeedback

Neurofeedback ist auch unter dem Begriff EEG- Biofeedback bekannt. Es ist eine wissenschaftlich anerkanntes Verfahren zur Verbesserung der Gehirnaktivität. Durch Neurofeedback werden mittels EEG Gerät Hirnwellen in Echtzeit auf dem Bildschirm sichtbar gemacht. Durch die Rückmeldung ( Feedback), bestimmter mentalen Zuständen wie z.B. Konzentration, Entspannung oder Anspannung, soll der Patient lernen, seine Gehirnaktivität zu kontrollieren. Man lernt dadurch, bestimmte Wellen zu produzieren, die die Basis für Aufmerksamkeit und Spitzenleistungen bilden, sowie Hirnwellen zu unterdrücken, die Stress und Angst auslösen können.

Was ist Neurofeedback?

Neurofeedback ist eine weltweit eingesetzte, wissenschaftlich anerkannte Methode zur Messung und Verbesserung der Gehirnaktivität. Sie basiert auf den neusten Erkenntnissen der Gehirnforschung, dass sich bestimmte Verhaltensmuster immer auf dieselben Gehirmwellenmuster zurückführen lassen. Hirnaktivität, im Normalfall über unsere Sinne nicht wahrnehmbar, kann durch Messgeräte sichtbar gemacht werden. Das computergestützte Neurofeedback trainiert therapeutisch verschiedene Leistungen des menschlichen Gehirns auf der Basis der im EEG (Elektroencephalogramm) messbaren elektrischen Hirnaktivität.

Wozu wird Neurofeedback eingesetzt?

Ziel ist es durch eine Optimierung der Hirnströme die Wahrnehmung, das Denken, die Aufmerksamkeit, das Verhalten und das Wohlbefinden nachhaltig positiv zu beeinflussen.

Wie funktioniert Neurofeedback?

Bei einer Sitzung werden am Kopf des Anwenders Sensoren befestigt, die die Hirnströme aufnehmen. Auf dem Monitor eines Computers können diese Messungen sichtbar gemacht werden. Der Anwender sieht außerdem verschiedene Animationen, die ihm positive Veränderungen seiner Hirnaktivität sofort direkt sichtbar oder auch hörbar zurückmelden (Feedback). Der Patient lernt durch diese Erfolgsmeldungen die verbesserte Hirnaktivität immer schneller und anhaltender zu erreichen. Dem Gehirn werden dabei keinerlei elektrische Impulse zugeführt, es wird ausschließlich die augenblickliche Hirnaktivität gemessen und zurückgemeldet.

Wie lange dauert eine Sitzung?

Die Sitzungen dauern mit allen Vorbereitungen ca. 60 Minuten. Wie viele Behandlungen sind notwendig? Im Regelfall ist von 20-40 Sitzungen auszugehen. Die Sitzungen sollten zweimal wöchentlich stattfinden.Kann Neurofeedback Medikamente (z.B. Ritalin®) ersetzen? Die wissenschaftlichen Untersuchungen sagen eindeutig "Ja". Die Praxis ist häufig etwas anders. Trotzdem ist die Tendenz zu einer Verringerung bzw. Absetzung einer Medikation in sehr vielen Fällen gegeben. In wissenschaftlichen Studien konnte eine Wirksamkeit von Neurofeedback besonders bei AD(H)S nachgewiesen werden. Es konnten ähnliche Ergebnisse wie mit dem Medikament Methylphenidat (auch bekannt als Ritalin®) erzielt werden. (Monastra / Leins)

Sind die Behandlungen schmerzhaft oder unangenehm?

Ebenso wie bei Blutdruckmessungen oder EKG spürt man keinen Schmerz. Ob etwas unangenehm ist, ist eine sehr persönliche Empfindung. Die überwiegende Mehrheit der Anwender empfindet Neurofeedback nicht als unangenehm.

Wie lange hält die Wirkung einer Neurofeedbacktherapie an?

Neurofeedback gleicht einem längerfristigen Lernprozess, ähnlich dem Schwimmen oder Fahrradfahren lernen. Das Gehirn verändert seine Aktivitätsmuster nachhaltig. Studien konnten die Effekte in umfangreichen Untersuchungen noch deutlich nach 6 Monaten zeigen. (z.B.: ADHS und Neurofeedback, Dissertation: Ulrike Leins, Tübingen, 2004)

Ab welchem Alter ist Neurofeedback möglich?

Eine strikte Altersgrenze wird nicht gezogen. Gängig gilt zurzeit der Schuleintritt als Mindestalter. Individuell kann man auch mit jüngeren Kindern einen Versuch machen. Ein Höchstalter gibt es nicht, gerade älteren Menschen mit nachlassenden geistigen Fähigkeiten kann Neurofeedback helfen.

Welche Anwendungsbereiche zur Verbesserung kognitiver und sensitiver Fähigkeiten bestehen?

  • Steigerung der Entspannungsfähigkeit
  • Erhöhung der Stresstoleranz
  • Training von Aufmerksamkeit und Konzentration
  • MeditationKontrolle von Entspannungstechniken
  • Erhöhung der Aufnahmefähigkeit

Welche therapeutischen Anwendungsbereiche gibt es für das Neurofeedback?

  • Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
  • Epilepsie
  • Tinnitus
  • Autismus
  • Schlaganfall
  • Migräne
  • Stimmungsschwankungen
  • Schlafstörungen

Wobei kann Neurofeedback helfen?

Neurofeedback versteht sich als eine Art Regulationstherapie des Gehirns. Diese Regulationsproblematik lässt sich vier Kategorien einteilen: Hypererregbarkeit, Unterstimulation, Instabilität und fehlende Hemmung von Nervenimpulsen (z.B. Anfallsleiden)

Neurofeedback kann bei einer Vielzahl von Störungen hilfreich sein.

Dazu gehören u.a.:

  • Angststörungen / Prüfungsängste / Schulstress
  • Aufmerksamkeitsstörungen (ADS/ADHS)
  • Lernschwierigkeiten, Lernstörungen
  • Autismus
  • Epilepsie
  • Tic Störungen
  • Tourette Syndro
  • Migräne, Spannungskopfschmerz
  • Schlafstörungen
  • Schlaganfall
  • Stimmungsschwankungen
  • Stressreduktion
  • Peak Performance

Neurofeedback bei AD(H)S

In wissenschaftlichen Studien konnte gezeigt werden, dass mit einer Neurofeedbackbehandlung von Aufmerksamkeitsstörungen (ADS/ADHS) vergleichbare Resultate erzielt werden können wie mit dem Medikament Methylphenidat, auch bekannt als Ritalin®. (Leins / Monastra)

Auch in Deutschland behandeln wissenschaftliche Meinungsbildner wie Dr Niels Birbaumer, Hirnforscher an der Universität Tübingen, hyperaktive Kinder mit NeuroFeedback. „Dr.Birbaumer brachte seinen kleinen Patienten bei, wie sie ihre Aufmerksamkeit gezielt fokussieren können. Eine Gruppe der Kinder machte ein NeuroFeedback-Training, die andere Gruppe wurde mit dem Pharmazeutikum Ritalin behandelt. Die Effizienz des NeuroFeedback erwies sich dabei als genauso hoch wie eine Behandlung mit dem Pharmazeutikum Ritalin®. 2/3 der Kinder waren danach ohne Symptome. Anders als bei dem Medikament jedoch, hielt der Effekt nach dem Training mindestens ein Jahr vor – ohne dass Nebenwirkungen aufgetreten wären.“ (Fokus Nr.7/2007)